Was uns verbindet (Zur Grundsteinlegung)
Man spricht sehr gern von Gemeinsamkeit
gemeinsam erlebte Erfahrung
man schreibt sich Briefe, Freud und Leid
und kerkert es ein in Verwahrung.
Was uns verbindet liegt sehr tief
unter der Erde verwahrt
was uns verbindet einst noch schlief
an Dauer nicht gespart.
Wir sind uns seit einiger Zeit bekannt
bekennen dies oft als Manko
verleben die Zeit gänzlich unverwandt
was bleibt sind Buchstaben auf Blanko.
Wer kennt sie nicht - die Einsamkeit
das zehren an der Substanz
wir reisen weit und sind doch zu zweit
und sprechen im fremden Glanz.
Was uns verbindet
ist oft ein Verband
der stetig schwindet
wie feiner Sand.
Ein neuer Verband
macht den Draht wieder stark
ein neuer Verband,
den der Zufall verbarg.
Was uns wirklich bewusst macht,
dass wir Freunde sind
ist beschreibbar bei Nacht
und so flüchtig wie Wind.
Was uns verbindet ist irgendein Link
den der Zufall gewürfelt hat
wir sind unser Gott und schreiben ganz flink,
dass der Zufall uns gerne mag.
Wir lernen einander stets besser kennen
jedes Wort, jede Tat im Wechselschritt
ein Haus, eine Feier kann Fortschritt man nennen,
jeder Ort jeder Pfad nimmt uns beide mit.
Was uns verbindet ist Tatendrang
sprich Ahnung, Meinung, Handlung
ein stetiges Lernen, ein steter Anfang,
Verwarnung, Verneinung, Verwandlung.
Das Leben spielt ein taktvolles Lied
mit stets wechselnder Melodie
im Innern schweift ein forscher Trieb
vertreibt jede Melancholie.
Was uns verbindet ist begraben nun,
die Liebe, die Kneipen, die Freude am Sein,
möge es dort im Einklang ruhn'
neben Zeitung, der Erde, jedem einzelnen Stein.
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