Frachtpost in Latzhose

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Während das Kind schwer beschäftigt an seinem Apfel kaute, überlegte ich, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handeln würde. Es war in dem Alter, in dem Mädchen und Jungen noch von hinten gleich aussehen. Diese Frage würde sich sehr wahrscheinlich klären, wenn ich den Namen erfuhr.

„Ich heiße übrigens Marco”, sagte ich und deutete eine Verneigung an.

„Nain!” sagte es nachdrücklich.

„Nein? Wieso nicht?”

„Dou haizst Farerzs!” lispelte es.

„Fahrer?! Na gut, einverstanden, du nennst mich Fahrer, schließlich bin ich ja auch der Fahrer dieses Wagens.”

„Ja.” Das Ja war knapp, aber trotzdem gewichtig.

„Und wie heißt du?”

„Päckschn”, schmatzte es.

„Wie?”

„Päckschn!”

Ich mußte lachen. „Weißt du, was ich verstanden habe?!

Päckchen!”

„Ja! Päckschn!” sagte es entschieden und mit finsterer Miene.

„Aber du kannst doch nicht Päckchen heißen. Das ist doch kein Name für ein Kind!”

Es wurde ungeduldig. „Päckschn un Päckschn un Päckschn und immeä und immeä und immeä.”

„Okay, einverstanden. Und warum nennt man dich so?”

Da legte es den angebissenen Apfel auf den schmutzigen Boden der Laderampe, fiel auf die Knie und rollte sich zusammen. Es sah noch einmal zu mir auf, um sicher zu gehen, daß ich seine Verwandlung auch ja mitbekomme, machte sich dann wieder ganz klein und murmelte etwas Unverständliches in seinen Schoß. Ich kniete mich hin, um besser hören zu können, und bei der Wiederholung verstand ich, was es sagte.

„Hallo, hallo? Isch bin ain klainezs Päckschn, wo willzste misch hinschickn?”

Als es diese Frage zum dritten Mal stellte, begriff ich, daß es eine Antwort erwartete. Während es unverändert vor mir kauerte, überlegte ich, wo man ein etwa dreijähriges Päckchen hinschicken könnte.

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