Nachtschatten

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Der Himmel über mir ist zweigeteilt. Die eine Seite ist düster, schwarze Wolken bevölkern die tiefgraue Unendlichkeit; die andere Hälfte ist klar, so dass man einige Sterne funkeln sieht. Sterne, die längst erloschen sind. Ich frage mich, ob unser Stern jemals geleuchtet hat.
Ich starre auf die Bäume, die bald ihre Blätter verlieren werden. Genauso still und unaufhaltbar wie er aus meinem Leben verschwunden ist. Ich bin müde, doch meine Gedanken sind zu rastlos, als das ich schlafen könnte. Vielleicht bin ich nach außen hin stark und gefasst. Vielleicht will ich meine Unsicherheit, meinen Verlust niemandem zeigen. In Wirklichkeit habe ich kaum Kraft mehr, fast nicht einmal mehr, um traurig zu sein. Um mich herum geht das Leben unaufhaltsam weiter. Nur ich bin stehen geblieben, vielleicht sogar ausgestiegen. Das einzige, was sich in mir beständig dreht, sind meine Gedanken. Sie kommen nicht zur Ruhe. Egal, wie sehr ich mich um Ablenkung und Zerstreuung bemühe.
Ich weiß nicht, warum er mich verlassen hat. Ist er für immer gegangen? Für eine Woche, einen Monat oder für ein Jahr? Ich würde gern wissen, wie es ihm geht. Wo mag er wohl sein? Was macht er? Denkt er an mich, wie ich an ihn denke? Und: Liebt er mich, wie ich ihn immer noch liebe? Fast erscheint mir diese Frage banal im Vergleich zu der Tatsache, dass er gegangen ist. Unsere schönen Zeiten scheinen endlos lange her zu sein. Und doch sind sie mir immer noch so nah, als wären sie erst Sekunden vorbei.

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